DX mit Oma ?
Nicht mit Uns, wir funken mit sauberen 4 Watt aber mit sendestarken Antennen !
Kernaussage: „Nachbrenner“, „Booster“ oder „Oma“ im CB-Funk sind leistungsverstärker, die in Deutschland nicht zugelassen sind. Sie mögen kurzfristig die Sendeleistung erhöhen, verursachen aber schwerwiegende Oberwellenstörungen, rechtliche Risiken und sind meist weniger effektiv als eine gute Antenne.
Begriffsklärung: Nachbrenner, Booster und Oma
Im CB-Funk-Jargon bezeichnen diese Begriffe alle dasselbe: lineare Sende-Endstufen (Linearverstärker).
· Nachbrenner / Booster / Brenner: Allgemeine Bezeichnungen für Geräte, die zwischen Funkgerät und Antenne geschaltet werden, um das Sendesignal zu verstärken.
· Oma: Bezieht sich speziell auf Hochleistungsverstärker, meist mit einer Leistung von etwa 100 Watt – im Jargon die „schwere Artillerie“.
Funktionsweise und das Problem der Oberwellen
Diese Verstärker sind im Grunde lineare HF-Leistungsverstärker, die die ursprüngliche Ausgangsleistung des Funkgeräts (meist 4 Watt) auf mehrere Dutzend oder sogar Hunderte Watt anheben. Billige oder schlecht abgeglichene Verstärker erzeugen dabei zahlreiche Oberwellen (Harmonische) – also ganzzahlige Vielfache der Grundfrequenz. Ein 27-MHz-Signal hat beispielsweise seine zweite Harmonische bei 54 MHz und die dritte bei 81 MHz. Diese Frequenzen können Fernseh-, Rundfunk- und sogar Flugfunkbänder stören.
Vor- und Nachteile
Vorteile (theoretisch):
· Bei extremen Ausbreitungsbedingungen (DX-Funk) könnte die Wahrscheinlichkeit steigen, gehört zu werden.
· Im lokalen „Kanalgerangel“ ein psychologischer Vorteil.
Nachteile (praktisch überwiegend):
· Hohes rechtliches Risiko: In Deutschland gilt für CB-Funk eine Sendeleistung von maximal 4 Watt FM / 1 Watt AM. Jeder externe Verstärker ist automatisch illegal. Bei einer Kontrolle durch die Bundesnetzagentur drohen Bußgelder und die Übernahme der Kosten für die Störungssuche.
· Erhebliche Störungen: Oberwellen stören Fernsehen, Rundfunk und möglicherweise sogar kritische Kommunikation – das ruft die Aufsichtsbehörden direkt auf den Plan.
· Begrenzter praktischer Nutzen: Mehr Leistung bringt für die Reichweite weit weniger als eine gute Antenne und ein guter Standort. Ein 4-Watt-Gerät mit guter Antenne ist oft besser als 100 Watt mit schlechter Antenne.
Die Rolle des Tiefpassfilters
Ein Tiefpassfilter ist das entscheidende Mittel zur Oberwellenunterdrückung. Er lässt das Grundsignal (27 MHz) passieren, filtert aber die zweite, dritte und höhere Harmonische heraus. Hochwertige Verstärker (besonders Röhrengeräte) haben oft gute Filter eingebaut und liefern ein „saubereres“ Ausgangssignal. Billige Transistorverstärker haben dagegen häufig unzureichende Oberwellenunterdrückung – genau das ist die Hauptursache für Störungen. Wichtig: Ein Filter kann Oberwellen reduzieren, aber nicht dafür sorgen, dass eine unzulässig hohe Sendeleistung legal wird.
Fazit und Empfehlung: Investiere Geld und Mühe besser in eine gute Antenne und einen guten Aufstellungsort. Das ist deutlich sinnvoller und effektiver, als ein rechtliches Risiko mit Verstärkern einzugehen.